Heute ist der 22. November 1873
Der Dampfer Ville du Havre versinkt im dunklen Atlantik
Vier Töchter — Anna, Margaret, Elisabeth und Tanetta
Alle verloren in der Tiefe
Ein Telegramm erreicht den Vater und sagt nur: Allein gerettet
Jetzt fährt sein Schiff über das Grab seiner Kinder
Der Kapitän rief mich an Deck
Er zeigte nur auf das wilde Meer
Die Welle schluckte jeden Fleck
Mein Herz ist taub und leer
Ich fiel auf mein Gesicht im Raum
Ertrank in nacktem Schmerz
Verflogen ist der Zukunft Traum
Es bricht mein Vaterherz
Doch durch die Tränen in der Nacht
Verfluche ich dich nicht
Kein Vorwurf wird vor dich gebracht
Ein Schweigen bricht das Licht
Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt
Wenn Schmerz wie ein Sturm mich umweht
Was auch mein Geschick, du hast mich gelehrt
Mir ist wohl, mir ist wohl in der Seel
Ich sitze vor dem Tisch aus Holz
Die Hand greift nach dem Stift
Gebrochen ist der alte Stolz
Der Schmerz pocht wie pures Gift
Doch tiefer als der Ozean
Sinkt nun ein Friede ein
Ein Trost, den ich nicht fassen kann
Ich werde nicht mehr einsam sein
Durch Generationen tief und weit
Wird dieses Lied geschallt
Gemurmelt in der Gleichgültigkeit
Wenn in den Kirchen alles hallt
Manchmal ein Gähnen, reine Pflicht
Ein matter, müder Ton
Doch in der Nacht ein helles Licht
Ein Schild vor Spott und Hohn
Ein Anker, der den Tod bezwingt
Wenn alles um uns her versinkt
Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt
Wenn Schmerz wie ein Sturm mich umweht
Was auch mein Geschick, du hast mich gelehrt
Mir ist wohl, mir ist wohl in der Seel
Alex · Quellenbeziehungen