Ein Haus in der Nacht
Späher an den Ecken
Der Befehl ist unterschrieben
Am Morgen stirbt er
Am Fenster steht einer
Und betet
Tausend Jahre später
Steht am selben Fenster
Noch einer
Dieselbe Nacht
Dieselben Hunde
Errette mich von meinen Feinden
Schütze mich vor denen
Die ums Haus schleichen
Ich habe ihnen nichts getan
Kein Unrecht, keine Schuld
Und trotzdem laufen sie sich warm
Für mein Blut
Am Abend kommen sie wieder
Heulen wie Hunde
Ziehen ihre Runden um die Stadt
Schwerter in den Lippen
Und sie denken
Wer hört es schon?
Du hörst es
Am Abend heulen die Hunde
Ich halte mich an dich
Du bist meine Burg
Mein Gott, der zu mir hält
Du hörst es
Ich sehe dieselben Schatten
Ich zähle dieselben Schritte
Die Angst ist nicht kleiner geworden
Nur weil ich Neues gelernt habe
Aber ich weiss jetzt
Wer da draussen friert
Männer unter Befehl
Gejagte eines Königs
Der von seiner eigenen Angst
Gejagt wird
Sie lauern auf mich
Und tun mir beinahe leid
Du hörst es
Am Abend heulen die Hunde
Ich halte mich an dich
Du bist meine Burg
Mein Gott, der zu mir hält
Du hörst es
Vertilge sie im Zorn
Vertilge sie, dass sie nicht mehr sind
Nein
Töte sie nicht
Zerstreue sie
Aber töte sie nicht
Da
Genau da
Mitten im Zorn
Zieht er die Klinge zurück
Er wusste es schon
Bevor es einer lehrte
Die Rache gehört nicht
In meine Hand
Ich drehe es nur
Eine Handbreit weiter
Die Hunde da draussen
Suchen Frass
Und murren, wenn sie nicht satt werden
Sie sind hungrig
Und wenn mein Feind hungert
Dann weiss ich jetzt
Was ich ihm gebe
Jahrhunderte später
Schrieb einer es nieder
Der selbst einmal
Späher gewesen war
Vor fremden Häusern
Rächt euch nicht selbst
Gebt Raum
Wenn dein Feind hungert
Gib ihm zu essen
Wenn ihn dürstet
Gib ihm zu trinken
Lass dich nicht vom Bösen überwinden
Überwinde das Böse
Mit Gutem
Das ist der ganze Krieg
Des Überwinders
Wer formt hier wen?
Michal öffnet das Fenster
Das Seil hängt schon
Und das ist kein Verrat
An der neuen Lehre
Die Liebe hält das Fenster offen
Sie hält nicht den Hals hin
Fliehen, wenn Fliehen dran ist
Stehen, wenn Stehen dran ist
Das eine heisst Weisheit
Das andere heisst Rüstung
Und beides heisst: leben
Die Hunde heulen am Abend
Zweimal heulen sie am Abend
Gesungen wird einmal
Am Morgen
Ich aber will singen von deiner Macht
Am Morgen rühmen deine Güte
Denn du bist meine Burg gewesen
Meine Zuflucht in der Nacht der Not
Sie haben die Nacht gehabt
Wir haben den Morgen
Alex · Quellenbeziehungen